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Das Vorspiel

Das Vorspiel

DE/FR 2019, 99 min, R: Ina Weisse, K: Judith Kaufmann, D: Nina Hoss, Simon Abkarian, Jens Albinus, Ilja Monti, Serafin Mishiev, Sophie Rois 


Psychologisches Drama um eine überehrgeizige Geigenlehrerin.

Anna Bronsky ist Geigenlehrerin an einem Musikgymnasium. Sie setzt gegen den Willen ihrer Kollegen die Aufnahme eines Schülers durch, den sie für sehr talentiert hält. Engagiert bereitet sie Alexander auf die Zwischenprüfung vor und vernachlässigt dabei ihre Familie: ihren Sohn Jonas, den sie in Konkurrenz zu ihrem neuen Schüler bringt, und ihren Mann Philippe. Ihr Kollege Christian, mit dem sie eine Affäre hat, überredet sie, in einem Quintett mitzuspielen. Als Anna in einem Konzert als Geigerin versagt, treibt sie ihren Schüler zu Höchstleistungen an. Am Tag der entscheidenden Zwischenprüfung kommt es zu einem folgenschweren Unglück.

__ Eine starke Nina Hoss macht das musikalische Familiendrama zum Ereignis. – Echo

AUS EINEM INTERVIEW
MIT REGISSEURIN INA WEISSE:
Wie bei Ihrem ersten Film DER ARCHITEKT ist auch DAS VORSPIEL in Zusammenarbeit mit Ihrer Co-Autorin Daphne Charizani entstanden. Sind Annas hohe Ansprüche und ihr strenges Urteil ihrem Kind gegenüber der Kern und Ursprung des Dramas?
Der Ursprung ist ihre Suche nach dem Absoluten und die Unerbittlichkeit, die Anna sich selbst gegenüber hat. Dazu kommen ihre Minderwertigkeitsgefühle. Schon als Kind sah sie in einem Lob nichts anderes als versteckte Kritik. Wir haben versucht, die Zerrissenheit und Unsicherheit dieser Frau zu beschreiben. Wenn man alles in Frage stellt, der Anspruch an sich selbst groß ist und gleichzeitig auch die Angst zu scheitern, wird man verletzlich, weil man weiß, dass einem die Zweifel niemand nehmen kann. Annas Überzeugung, dass sich alles der Musik unterzuordnen hat, dass man kämpfen muss, dass nie etwas gut genug ist, nie fertig, setzt sie unter großen Druck. Dieser Druck steigert sich nach ihrem Versagen im Quintett, wenn sie ihren Schüler zu Höchstleistungen treibt. Es geht ihr um den Jungen, aber letztlich geht es ihr um sich selbst.

Wie haben Sie dieses Umfeld recherchiert, um es so genau beschreiben zu können?
Wir haben beide selbst lange Cello und Geige gespielt und waren auch in einem Orchester. Das Milieu und der oft quälende Übe-Prozess waren uns also vertraut. Es ging uns darum, diesen Prozess zu beschreiben, die Arbeit an der Musik. Bei späteren Recherchen am Musikgymnasium in Berlin habe ich Ilja Monti getroffen, der den Geigenschüler von Anna spielt. Ich habe ihn vor den Dreharbeiten längere Zeit begleitet.

Wie haben Sie Nina Hoss an diese Figur und ihre inneren Widersprüche herangeführt?
Ich habe mich jeden Tag darauf gefreut, mit ihr zusammenzuarbeiten. Mit großem Einfühlungsvermögen hat sie diese ambivalente Figur gespielt. Sie hat sich diese musikalisch schweren Stücke auf der Geige in bewundernswerter Weise angeeignet.

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Das Vorspiel
Moviemento-Programmzeitung
Nr 374 - März 2020
Kunst im Kino - Saison 2020Klassik im Kino