drucken

Dieser Film ist ein Geschenk

Dieser Film ist ein Geschenk

AT 2019, 72 min, OdF, R: Anja Salomonowitz, K: Martin Putz, D: Daniel Spoerri, Oskar Salomonowitz, Federico Vecchi 


Ein Film über den Künstler Daniel Spoerri, der seine Werke aus gefundenen Objekten kreiert.

Puppenköpfe, Porzellanherzen, Werkzeuge, Gläser, Kochlöffel, Kämme: Das ist nur ein Auszug aus jenen Alltagsgegenständen, die der Künstler Daniel Spoerri sammelt, in Schalen und Schachteln hortet, bevor er sie in neuen Zusammenhängen zum Kunstwerk arrangiert und damit ein Stück Alltagswirklichkeit einfängt. Fasziniert von diesem Festhalten des Prozesshaften, vom Zyklus von Leben und Tod, arbeitet der 1930 in Rumänien geborene Künstler noch heute täglich im Wiener Atelier an seinen Objekt-Kompositionen.
Mit DIESER FILM IST EIN GESCHENK antwortet die Filmemacherin Anja Salomonowitz auf eines dieser Kunstwerke, dessen Zentrum ein Porzellanherz ihres verstorbenen Vaters bildet. Ihre filmische Widmung ist jedoch weit mehr als eine Künstlerbiografie. Vielmehr schenkt sie den ZuseherInnen neue Sichtweisen auf Erinnerung und die damit verbundenen, oft alltäglichen Gegenstände. So kann in der Verarbeitung des Todes ein Kochlöffel traurig machen und tröstend zugleich sein. Der Film findet eine Sprache für die Gleichzeitigkeit dieser beiden Pole und erzählt davon, wie nahe sie im Leben beieinander liegen. Unerwartet und beglückend sind die Wege, die Salomonowitz freilegt, wenn sie lustvoll die bekannten Pfade des Erzählens verlässt und eingeübte Sehgewohnheiten spielerisch hinterfragt.
In der Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart erzählt der Film zugleich ein Stück europäischer Zeitgeschichte und blickt – als Verlängerung unseres Gedächtnisses – nach vorne: Es ist Salomonowitz‘ 10-jähriger Sohn Oskar, der Lebenserinnerungen des in Rumänien geborenen Künstlers rezitiert – von der traumatischen Kindheit als Sohn eines jüdischen Vaters, der nur knapp dem Holocaust entging, bis zur Zuflucht als Jugendlicher in der Schweiz. Oskar wird aber auch als Spoerris Gegenüber in Szene und in Dialog gesetzt: Denn alles erzählt sich weiter, setzt sich immer wieder auf überraschende Weise neu zusammen.

__ Die Sammelwut, die Assemblagen als Memento mori, der Tod: So, wie Salomonowitz’ Film nachdenkt, reicht er weit über eine übliche Künstlerdoku hinaus.– thegap.at

Nächste Spieltermine:

Mi. 18. Dezember 17.30 Uhr OdF Movie 1
Zum Reservieren klicken Sie bitte auf den gewünschten Termin. Bitte beachten Sie, dass u. U. nicht für jede Vorstellung reserviert werden kann.
Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
Dieser Film ist ein Geschenk
Moviemento-Programmzeitung
Nr 371 - Dezember 2019
Klassik im KinoKinderkino
schliessen [X]
Film der Woche: Au Poste! -  Die Wache