drucken

The King

The King

US 2019, 133 min, R: David Michod 


Hal, ein eigensinniger Prinz, besteigt nach dem Tod seines Vaters den englischen Thron. Vererbt wurden ihm ein Palast voller Tücken, ein Krieg und Chaos.

David Michôd konnte für sein impressionistisches Schlachtengemälde eine namhafte Besetzung gewinnen, neben dem jungen Timothée Chalamet in der Titelrolle unter anderem Joel Edgerton (der auch das Drehbuch mit Michôd schrieb), Ben Mendelssohn, Lily-Rose Depp und - in einem bizarren Auftritt - Robert Pattinson, der hier so aufs Gas tritt als französischer Dauphin, als wollte er sich für "Die Ritter der Kokosnuss" bewerben. Mit epischem Atem und doch dem Bemühen um ein fast intimes Porträt, erzählt Michôd in seinem nach dem eher misslungenen "War Machine" zweiten Film für Netflix die Geschichte von Heinrich V., so nobel wie Shakespeare, aber im Dialog doch deutlich reduzierter. Hier sprechen vor allem die Bilder, besonders in der Schlacht von Agincourt, die der visuelle Höhepunkt des Films ist. Und Chalamet in seinem ersten richtig erwachsenen Auftritt als junger König Englands, der mit dem Kriegstreiben seines Vaters brechen will, aber doch gegen seine Überzeugung sofort in einen kriegerischen Konflikt mit Frankreich gedrängt wird. Das ist nicht frei von einer gewissen Ironie: Ein bisschen fühlt sich die Rolle an wie eine Generalprobe für den bisher größten Film in Chalamets Karriere, Denis Villeneuves Neuverfilmung von Frank Herberts Science-Fiction-Klassiker "Dune", in der er den Paul Atreides spielt, ebenfalls ein junger Mann, der widerstrebend in die Fußstapfen seines Vaters treten muss.

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
The King
Moviemento-Programmzeitung
Nr 369 - Oktober 2019
Premiere: Der TaucherFilm & Gespräch: Una PrimaveraPaint It BlackKlassik im Kino