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Border

Gräns

SE/DK 2018, 108 min, OmdtU, R: Ali Abbasi, K: Nadim Carlsen, D: Eva Melander, Eero Milonoff, Jörgen Thorsson, Ann Petrén, Sten Ljunggren, Kjell Wilhelmsen 


Das schwedisch-dänische Mystery-Drama erzählt die Geschichte der Grenzbeamtin Tina, deren andersartiges Aussehen sie zu einer Außenseiterin der Gesellschaft macht.

Die Grenzbeamtin Tina ist eine bemerkenswerte Erscheinung. Ihr seltsam geschwollenes Gesicht, ihr bohrender Blick und ihre körperliche Kraft verleihen der jungen Frau etwas Animalisches. Tina hat zudem eine besondere Fähigkeit: Sie kann Angst, Scham und Wut anderer Menschen wittern. Ihr Talent macht sich der schwedische Grenzschutz erfolgreich zunutze, um Kriminelle aufzuspüren. Dennoch fühlt sich Tina seltsam fremd unter ihren Mitmenschen und lebt einsam und naturverbunden als Außenseiterin in den Wäldern. Doch dann begegnet sie Vore, der ihr auffallend ähnlich sieht und bei dem ihre Begabung an ihre Grenzen stößt. Tina ahnt, dass Vore etwas zu verbergen hat. Und doch, unbefangen, wild und erstaunlich frei, wirkt Vore ungemein anziehend auf sie. Tina spürt bei ihm eine Vertrautheit, die ihr bisher fremd war. Als die beiden sich näherkommen, offenbart Vore ihre mystische Herkunft. Aber dieses Wissen bringt nicht nur neue Freiheiten, sondern auch unbequeme Herausforderungen mit sich, denen sich Tina stellen muss.

BORDER ist so mutig und so finster, wie ein Märchen nur sein kann. Regisseur Ali Abbasi begeistert mit einer phantastischen Geschichte, die so behutsam wie berührend Grenzen sprengt. Zwischen Identität und Selbstbestimmung gelingt ihm eine hinreißende Fabel, deren raue Magie die Zuschauer gefangen nimmt.

REGIESTATEMENT
Beim Film interessierte mich nie die Geschichte, sondern eher das grenzüberschreitende Ende des Spektrums. Mainstream-Kino und sogar Filme außerhalb des Mainstreams fühlten sich im Vergleich zur Literatur oft eng und eingeschränkt an. Was mich interessiert, ist, die Gesellschaft durch die Linse eines Paralleluniversums zu betrachten, und ein Genre-Film ist dafür perfekt. Hier wird Film für mich spannender: Statt als persönliches Drama meiner eigenen Probleme erlebe ich meine Gedanken und Impulse lieber durch einen anderen Körper in einer anderen Welt als meiner eigenen. Ich denke, es ist auch interessant, die Verbindung zum Persönlichen zu durchtrennen und etwas völlig Künstliches zu erschaffen.

__ Einer der besten, wildesten, radikalsten und schönsten phantastischen Filme.
– Slash Filmfestival

Nächste Spieltermine:

Mi. 1. Mai 18.15 Uhr OmU Movie 3
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Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
Border
Moviemento-Programmzeitung
Nr 363 - April 2019
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