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Die feine Gesellschaft

Ma Loute

FR/DE, 2016, 122 min, R: Bruno Dumont, K: Guillaume Deffontaines, D: Fabrice Luchini, Juliette Binoche, Valeria Bruni Tedeschi, Jean-Luc Vincent, Brandon Lavieville 


Bruno Dumont spart nicht mit groteskem Humor in dieser amüsanten Tragikomödie, in der besonders Fabrice Luchini und Juliette Binoche in ihren Rollen glänzen.

Im Sommer 1910 geht Seltsames vor sich an der französischen Normandieküste. Alljährlich findet sich hier der Landadel ein, denn die Luft ist heilsam und die armen Fischer und verlumpten Muschelsammler sind herrlich pittoresk. Doch dieses Jahr ist etwas anders: zahlreiche Touristen sind spurlos verschwunden und haben das bizarre Polizistenduo Blading und Böswald auf den Plan gerufen. Schnell deuten die Zeichen auf den Fischer Rohbrecht, der stets hungrig wirkt und den man in der Gegend respektvoll den »Ewigen« nennt. Mit seinem kantigen Sohn Lümmel verdient er sich ein Zubrot, indem er wohlhabende Touristen über die ewigen Gewässer befördert. So auch die Töchter der Familie van Peteghem, deren herrschaftliches Anwesen in aller gebotenen Dekadenz über der Bucht thront. Dabei verlieben sich Lümmel und die schöne Billie van Peteghem und zwingen Distinguierte und Depravierte in einen allzu plötzlichen Familien-Kontakt. Während die Polizisten ratlos durch eine groteske Dünenlandschaft voller Nymphomanen, Nudisten und degenerierter Narzissten pflügen, drängt sich ein entsetzlicher Verdacht auf. Plötzlich verschwindet auch Billie van Peteghem und die Ordnungshüter müssen befürchten, dass die Rohbrechts nicht nur Muscheln, sondern auch Menschen sammeln.
Nichts weniger als ein Meisterwerk gelingt Bruno Dumont (P'TIT QUINQUIN, L' HUMANITÉ) mit dieser köstlichen Komödie über eine Gesellschaft am Rande einer irre gewordenen Ratio. In grandiosen Bildern einer paradiesischen Meereslandschaft gelingt mit DIE FEINE GESELLSCHAFT eine bissige Satire aus einer Welt, in der das Menschliche zum Verschwinden gebracht wurde. Ein Film so radikal und gewaltig wie ein Küstensturm.

__ Frankreichs rigoroser Filmer Bruno Dumot bleibt seinem Ruf treu und präsentiert eine bitterböse Groteske der gesellschaftskritischen Art. – programmkino.de

__ Bruno Dumonts Realismus ist auch in der Groteske das Zarte nicht abhandengekommen. – NZZ

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Die feine Gesellschaft
Moviemento-Programmzeitung
Nr 337 - Jänner 2017
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