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Meine Zeit mit Cézanne

Cézanne et moi

FR, 2016, 114 min, R: Danièle Thompson, K: Jean-Marie Dreujou, D: Guillaume Gallienne, Guillaume Canet, Alice Pol, Sabine Azéma, Déborah François, Laurent Stocker, Isabelle Candelier 


Stimmungsvolles Porträt der fünf Jahrzehnte währenden Freundschaft zwischen Schriftsteller Émile Zola und Maler Paul Cézanne.

Sie haben alles geteilt: ihr Aufbegehren, die Neugierde, die Hoffnungen, Zweifel, Mädchen, Ruhmesträume. Paul ist reich, Émile arm. Irgendwann ziehen sie fort aus Aix-en-Provence, rauf nach Paris, freunden sich an mit jenen, die am Montmartre und in Batignolles leben. Man verkehrt an denselben Orten, schläft mit denselben Frauen, verachtet die Spießbürger (was auf Gegenseitigkeit beruht), geht nackt baden, stirbt vor Hunger und stopft sich bei Gelegenheit den Bauch voll, trinkt Absinth, malt tagsüber jene Modelle, die man nachts streichelt, nimmt 30 Stunden Zugfahrt in Kauf, nur um einen Sonnenuntergang in der Provence zu sehen… Paul Cézanne und Émile Zola – aus dem einen wird ein Maler, aus dem anderen ein Schriftsteller. Der Ruhm geht achtlos an Paul vorbei. Émile hingegen besitzt nun alles: Ansehen, Geld, eine perfekte Frau, die Paul zuerst geliebt hat. Sie kritisieren und bewundern sich. Und sie gehen keiner Auseinandersetzung aus dem Weg. Sie verlieren sich aus den Augen und finden sich wieder – wie eins dieser Paare, die nicht aufhören können, sich zu lieben…
Mit ihren gigantischen Lebenswerken gehören der Schriftsteller Émile Zola und der Maler Paul Cézanne zu den wichtigsten Figuren der französischen Kulturgeschichte. Weniger bekannt ist die tiefe Freundschaft, die die beiden Künstler ein Leben lang verband. Es ist eine hochspannende Geschichte von Zuneigung und Eifersucht, von Mut und Verzweiflung sowie von unbändiger Schöpfungskraft. In ihren fantastischen Dialogduellen gelingt es den beiden Hauptdarstellern, uns Zola und Cézanne so nahezubringen wie noch nie: Guillaume Gallienne (YVES SAINT LAURENT) spielt Cézanne als labilen Rebellen mit dem unersättlichen Verlangen nach Perfektion. Guillaume Canet (ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN) gibt den erfolgsverwöhnten und doch stets mit sich selbst hadernden Zola. Als prägende Frauen im Leben der beiden Genies runden die hinreißende Alice Pol (SUPER-HYPOCHONDER), Déborah François (MADEMOISELLE POPULAIRE) und Alain Resnais’ Stammschauspielerin Sabine Azéma (HERZEN) das hochkarätige Ensemble ab, das die Grande Dame des französischen Kinos, Regisseurin Danièle Thompson (EINE HOCHZEIT UND ANDERE HINDERNISSE, AFFÄREN À LA CARTE) gekonnt in Szene setzt.

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Meine Zeit mit Cézanne
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Nr 335 - Dezember 2016
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