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The Power of the Dog

The Power of the Dog

AU/CA/NZ/GB 2021, 127 min, R: Jane Campion, K: Ari Wegner, D: Benedict Cumberbatch, Kirsten Dunst, Jesse Plemons, Kodi Smit-McPhee, Frances Conroy, Keith Carradine 


Ein herrischer Viehzüchter zeigt sein grausames Gesicht, als sein Bruder mit dessen neuer Frau samt Sohn nach Hause kommt, doch dann geschieht das Undenkbare.

1925. Zwei Brüder, die gemeinsam eine große Ranch in Montana besitzen, versuchen auf ihre Weise das gemeinsame Land zu führen. Allerdings könnten Phil und George nicht unterschiedlicher sein: Während Phil mit Strenge und Härte auf der Farm anpackt, will sich George der Kontrolle seines Bruders entziehen. Er legt mehr Wert auf teure Autos, gute Kleidung und ein Leben fernab von Rindern und Feldarbeit. Die Heirat mit der Witwe Rose könnte sein Ausweg aus seinem bisherigen Leben sein. Zusammen mit ihr und ihrem Sohn Peter will er auf der Ranch einen neuen Lebensabschnitt markieren. Die Fronten zu seinem Bruder Phil scheinen sich durch die Anwesenheit von Rose jedoch nur zu verstärken. Von familiärer Liebe und Gastfreundlichkeit ist nichts zu spüren. Allerdings beginnen sich die Machtverhältnisse nach und nach zu verschieben.
Bei Jane Campions Spätwestern THE POWER OF THE DOG drängt sich gleich in mehrfacher Hinsicht ein Vergleich mit ihrem mehrfach oscargekrönten Meisterwerk DAS PIANO auf. Schließlich landet in beiden Filmen eine Witwe mit ihrem Kind bei einem wohlhabenden neuen Ehemann in unwirtlicher Wildnis, wo sich eine Art Dreiecksbeziehung entspinnt und ein Piano jeweils eine tragende Rolle spielt. Trotzdem variiert Campion mit der Adaption des gleichnamigen, bereits 1967 erschienenen Romans von Thomas Savage nicht einfach nur ihren berühmtesten Film.
THE POWER OF THE DOG nimmt nämlich eine ganz andere Richtung. Hier geht es nicht um die epische und erotische Kraft der Liebe. Und auch wenn anfangs eine Geschichte im Geist der #MeToo-Bewegung erzählt zu werden scheint, geht es gerade nicht um die Selbstbefreiung der weiblichen Figur, denn die wird in der zweiten Hälfte plötzlich an den Rand gedrückt. Aber eine weitere zentrale Gemeinsamkeit gibt es trotzdem: Wie schon DAS PIANO hat auch THE POWER OF THE DOG ein herausragendes Darsteller-Quartett zu bieten.

__ Das euphorisch aufgenommene Drama um zwei Brüder, die im Montana der 1920er-Jahre eine Farm betreiben, arbeitet nuanciert gegen die Westernmythologie an, indem es männliche Archetypen wie den harten Kerl aus dem Sattel hebt, auf zwei zitternde Beine. – Der Standard

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
The Power of the Dog
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Nr 380 - November 2021
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