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Inglourious Basterds

Inglourious Basterds

US / DE 2009, 154 min, R: Quentin Tarantino, D: Christoph Waltz, Brad Pitt, Diane Kruger, Mike Myers, Samm Levine, Eli Roth, Til Schweiger u.a. 


Das ewige Kind Quentin Tarantino erfüllt sich die Fantasie, Hitler zu töten.

Im ersten Jahr der deutschen Besatzung Frankreichs. Shosanna Dreyfus muss mit ansehen wie der Nazi Oberst Hans Landa ihre gesamte Familie ermordet. Shosanna gelingt es nur knapp, zu entkommen. Sie flieht nach Paris und legt sich dort eine neue Identität als Besitzerin eines Kinos zu. Anderswo in Europa stellt Leutnant Aldo Raine eine Gruppe bestehend aus jüdisch-amerikanischen Soldaten zusammen, die flinke, schockierende Vergeltungsschläge begehen soll. Später werden sie dem Feind als „Die Bastarde“ ein Begriff sein. Raines Truppe kontaktiert die deutsche Schauspielerin und Geheimagentin Bridget von Hammersmark für einen Einsatz, um die Führer des III. Reichs zu töten. Schicksale verschmelzen im politischen Untergrund und Schutz von Shosannas Kino. Die junge Frau plant dabei ihren ganz persönlichen Rachefeldzug.
„Es war einmal... in Frankreich unter Besatzung der Nazis“, kündigt eine Schrifttafel das erste von vier Kapiteln von Inglourious Basterds an. Mehr muss man nicht wissen, um sich im nunmehr sechsten Spielfilm von Quentin Tarantino zurechtzufinden: Es ist eine Verbeugung vor den Arbeiten von Sergio Leone ebenso wie ein Verweis darauf, dass man sich fortan im Reich des Märchens bewegt, eine Art „Anti-Walküre‘“ (O-Ton Tarantino) im Gewand eines Spaghettiwestern, in dem sich zwar Hitler und Goebbels als grob karikierte Stichwortgeber tummeln, aber historische Genauigkeit nicht das primäre Anliegen des Filmemachers ist.
Im Gegenteil: Hier wird wild und fiebrig fabuliert, dass es eine Freude ist. Hier sind marodierende US-GIs am Werk, die hinter Feindeslinien Nazis skalpieren oder mit Hakenkreuzen auf der Stirn brandmarken. Jüdische Mädchen leiten inkognito Kinos in Paris, die Filme von G.W. Pabst im Programm haben, und sinnen auf Rache an ihren Peinigern. Und SS-Offiziere delektieren sich daran, dass man sie ehrfurchtsvoll als „Judenjäger“ tituliert, und gefallen sich darin, in drei – und wenn nötig vier – Sprachen Angst und Schrecken zu verbreiten. Ihnen allen räumt Quentin Tarantino entsprechend viel Platz ein in bis zum Knackpunkt lang gezogenen Szenen, die sich nach bewegten Wortgefechten, wiederholten Liebeserklärungen ans europäische Kino und ein paar gewalttätigen Einsprengseln entladen in einem Showdown, der ebenso dreist und ungeheuerlich wie mitreißend ist. Nie zuvor hat es jemand so wortwörtlich genommen mit seinem unerschütterlichen Glauben daran, dass das Kino das Böse auslöschen kann.

Es ist eine Fantasie aus Kindertagen: Irgendwann lernt man, dass es einst einen Mann namens Hitler gab, der die Welt mit Krieg und Toten überzogen hat, der sogar Fabriken bauen ließ, damit das Töten schneller geht. Er ist das Gesicht des ultimativen Bösen. Und manche Kinder reagieren darauf mit der Fantasie der ultimativen Heldentat: Hitler zu töten. Das ewige Kind Quentin Tarantino hat sich diese Fantasie erfüllt.
– Stern

In seinem neuen Film ist Englisch nur eine Nebensprache. Das ist nicht die einzige Überraschung in Quentin Tarantinos Weltkriegs-Werk „Inglourious Basterds“, das gerade bei den Filmfestspielen in Cannes Premiere feierte. Ausgerechnet Brad Pitt musste sich schauspielerisch einem Österreicher geschlagen geben.
– Die Welt

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Inglourious Basterds
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Nr. 247, Juli/August 2009
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