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Was wir wollten

Was wir wollten

AT 2019, 100 min, R: Ulrike Kofler, K: Robert Oberrainer, D: Lavinia Wilson, Elyas M’Barek, Anna Unterberger, Lukas Spisser, Maria Hofstätter 


Ein Paar versucht im Traumurlaub mit seinem unerfüllten Kinderwunsch abzuschlißen – wären da nicht die Nachbarn …

Alice und Niklas sind glücklich, es fehlt ihnen an nichts - außer einem Kind. Nach etlichen gescheiterten Invitros fahren sie auf Urlaub nach Sardinien, um ihren Kinderwunsch hinter sich zu lassen. Genau dort allerdings kommt alles hoch, was sie bisher versucht haben zu verdrängen. Eine gutgelaunte Tiroler Familie zieht direkt ins Nachbarhaus und scheint all das zu haben, was ihnen fehlt im Leben. Durch ein unvorhergesehenes Unglück kommt es zu einer Wende ihrer Sicht auf die Dinge und dem Sinn in ihrem Leben, in dem die natürlichste Sache der Welt nicht fruchtet.

REGIESTATEMENT ULRIKE KOFLER
Alice und Niklas haben alles. Sie sind gebildet, gutaussehend, sportlich, ihren Traum vom Eigenheim haben sie gerade fertig gestellt. Es geht ihnen gut. Nur eines fehlt zu ihrem Glück: ein Kind. Diese Disharmonie hat mich interessiert. Wir leben in einer Zeit, in der scheinbar alles geht. Der Tod ist eine Niederlage. Diese neoliberale Haltung gilt auch für die Reproduktionstechnologie. Die Versprechen der fortschrittlichen Fortpflanzungsmedizin klingen verheißungsvoll: Alles ist machbar. Jede(r) hat ein Recht auf ein Kind. Was tun, wenn es trotzdem nicht klappt? Wenn sich die Illusion der Kontrolle als Trugschluss erweist? Trotz allem Fortschritt, trotz aller medizinischen Möglichkeiten, trotz dem nötigen Kleingeld für all diese Eingriffe. Wie weiterleben? Mit welchen Inhalten? Mit welchem Sinn? Kinderlosigkeit ist ein Thema unserer Zeit. Jedes fünfte Paar in Europa ist ungewollt kinderlos. Unter Akademikern liegt die Rate über 40%. „Sterile Partnerschaft“ lautet der Fachjargon für ein Kinderwunschpaar. Kein besonders schmeichelnder Begriff für zwei Menschen, die sich ihr Leben anders vorgestellt haben. Kein Wunder also, dass das Ausbleiben des nächsten Sprosses schmerzliche Krisen auslöst und ein Paar auf eine harte Probe stellt, die nicht selten in einer Trennung endet.
Ich habe diese Thematik nicht nur in meinem Freundeskreis in verschiedensten Facetten und Phasen miterlebt, ich habe ganz persönliche Erfahrungen damit, auch wenn sie objektiv betrachtet vielleicht nicht ganz so dramatisch waren. Als sich mein Wunsch auf ein zweites leibliches Kind nicht mehr erfüllte, hat mich das in eine Lebenskrise geworfen, die mein Sein und vor allem den Blick auf das Sein verändert hat.

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Was wir wollten
Kunst im Kino - Saison 2020/21Klassik im Kino