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Als wir tanzten

And Then We Danced

SE 2019, 105 min, R: Levan Akin, K: Lisabi Fridell, D: Ana Javakishvili, Giorgi Tsereteli, Tamar Bukhnikashvili, Levan Gelbakhiani, Anano Makharadze, Bachi Valishvili 


Ein Tänzer des georgischen Nationalensembles verliebt sich in ein neues Mitglied der Gruppe.

Merab ist Student an der Akademie des Georgischen Nationalballetts in Tiflis. Sein größter Traum ist es, professioneller Tänzer zu werden. Als Irakli neu in die Klasse kommt, sieht Merab in ihm zunächst einen ernstzunehmenden Rivalen auf den ersehnten Platz im festen Ensemble. Aus der Konkurrenz wird bald ein immer stärkeres Begehren. Doch im homophoben Umfeld der Schule, in der konservative Vorstellungen von Männlichkeit hochgehalten werden, wird von den beiden erwartet, dass sie ihre Liebe geheim halten.
Das mitreißende Liebes- und Tanzdrama des schwedischen Regisseurs Levan Akin wurde in Cannes als Entdeckung gefeiert und seitdem vielfach ausgezeichnet, unter anderem in vier Kategorien beim schwedischen Filmpreis Guldbaggen. Der Queer-Feindlichkeit, die in Georgien erschreckend weit verbreitet ist, hält der Regisseur, dessen Familie selbst aus dem Land stammt, eine entschiedene Feier von nicht-heterosexueller Liebe entgegen. Hauptdarsteller Levan Gelbakhiani, einer der European Shooting Stars der Berlinale 2020, wurde für sein ergreifendes Spiel mit Preisen überhäuft und war für den Europäischen Filmpreis nominiert.

__ In diesem Film sieht man das reine Glück. – Süddeutsche Zeitung

__ Ein Film von ungeheuerlicher Kraft! – Le Monde

AUS EINEM INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR
Sie haben georgische Wurzeln, leben aber in Schweden. Wie kam es zu diesem Projekt?
2013 wurde ich Zeuge, wie eine Gruppe von mutigen jungen Menschen in Tiflis versuchte, eine Pride Parade zu veranstalten. Sie wurden jedoch von Tausenden Teilnehmern einer Gegendemonstration attackiert, organisiert von der orthodoxen christlichen Kirche. Da wusste ich, dass ich mich diesem Thema in irgendeiner Weise widmen muss.

Ihre Inszenierung ist auf beeindruckende Weise fließend und sinnlich. Wie liefen die Dreharbeiten, und welchen Herausforderungen sind Sie begegnet?
Ich habe zum ersten Mal einen Film in Georgien gedreht, und ich spreche die Sprache nicht fließend. Gedreht haben wir mit vielen Laien an echten Orten. Alles basiert auf wahren Geschichten, die ich zusammengesammelt hatte. Alles war aber auch ständig im Prozess der Wandlung begriffen. Meine Recherche-Phase war ziemlich umfangreich. Ich habe mit den Hauptdarsteller_innen richtig zusammengelebt und sie oft mit meiner eigenen Kamera gefilmt. Ich denke, deshalb konnte ich ihnen so nahe kommen. Es gab keine Barrieren, es war nichts erzwungen, es geschah alles ganz natürlich.

Wie lief das Casting? Und wie haben Sie sich für die Darsteller entschieden?
Ich habe während der Recherche viele Interviews geführt und viele der Leute getroffen, die jetzt im Film zu sehen sind. Levan Gelbakhiani, der Merab spielt, habe ich auf Instagram entdeckt. Er ist Tänzer und ich bat ihn, über sich selbst zu schreiben und mir seine Texte vorzulesen, als wir uns trafen. So bauten wir langsam ein Vertrauen zueinander auf, und ich wurde auch sehr von seiner Umgebung und von seinem Leben inspiriert. Bachi Valishvili, der Irakli spielt, habe ich dann bei einem regulären Casting kennengelernt, wo wir sein Zusammenspiel mit Levan ausprobierten. Da gab es sofort Chemie. Und er hatte auch sieben Jahre lang Erfahrung im georgischen Nationaltanz!

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Als wir tanzten
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