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Über die Unendlichkeit

Om det oändliga

SE 2019, 78 min, Schwed./OmdtU, R: Roy Andersson, K: Gergely Pálos, D: Martin Serner, Jessica Louthander, Tatiana Delaunay, Anders Hellström, Jan-Eje Ferling, Bengt Bergius 


Essayistischer Filmentwurf von Altmeister Roy Andersson, eine Reflexion über das Leben in all seiner Schönheit und Grausamkeit.

In ÜBER DIE UNENDLICHKEIT nimmt uns eine unverzagte Erzählerin an die Hand und lässt uns traumgleich umherschweifen. Scheinbar nichtige Augenblicke verdichten sich zu intensiven Bildern und stehen auf Augenhöhe mit historischen Ereignissen: Ein Liebespaar schwebt über das vom Krieg zerfressene Köln; auf dem Weg zu einem Kindergeburtstag muss ein Vater mitten in einem Wolkenbruch seiner Tochter die Schuhe binden; junge Mädchen beginnen einen Tanz vor einem Café, und eine geschlagene Armee marschiert mutlos zu einem Gefangenenlager. ÜBER DIE UNENDLICHKEIT ist sowohl Ode als auch Klage, ein Kaleidoskop all dessen, was ewig menschlich ist, eine unendliche Geschichte über die Verletzlichkeit unserer Existenz.
Mit seinem neuen Film ÜBER DIE UNENDLICHKEIT fügt der vielfach ausgezeichnete Regisseur Roy Andersson seinem Werk ein neues Meisterwerk hinzu, ein filmisches Nachdenken über das menschliche Leben in all seiner Schönheit und Grausamkeit, seiner Pracht und seiner Einfachheit.

__ Du schenkst Roy Andersson 76 Minuten – Roy Andersson schenkt dir das Universum. – Indiewire

__ Dieser humanistische Film über menschliche Fehler und Unbedarftheiten ist oft zum Lachen. – Der Standard

__ Verzaubert den Blick…und erzählt von der menschlichen Komödie. – Die Zeit

INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR ROY ANDERSSON
Einige Themen in ÜBER DIE UNENDLICHKEIT kennt man aus Ihren vorherigen Filmen: Optimismus, aber auch Krieg und Verzweiflung, die Abwesenheit von Gott. Würden Sie sagen, es gibt immer eine Balance zwischen Hoffnung und Verzweiflung?
Das Hauptthema ist die Verletzlichkeit des Menschen. Ich denke, es ist ein hoffnungsvoller Akt, wenn man etwas schafft, das Verletzlichkeit zeigt. Denn wenn man sich der Verletzlichkeit des Menschen bewusst ist, wird man respektvoller und geht sorgfältiger mit dem um, was man hat. Ich möchte die Schönheit des Lebens betonen. Um das zu zeigen, muss man natürlich einen Gegensatz schaffen. Man muss auch die schlechten und grausamen Seiten des Lebens zeigen. Betrachtet man zum Beispiel die Kunstgeschichte, sind viele Bilder von einer gewissen Tragik gezeichnet. Aber selbst wenn sie grausame und traurige Szenen des Lebens zeigen, haben die Künstler in gewisser Weise eine Energie übertragen und damit auch Hoffnung erzeugt.

Für jeden Ihrer Filme haben Sie sich von bildender Kunst inspirieren lassen. Woher kommt die Inspiration für ÜBER DIE UNENDLICHKEIT?
Ich interessiere mich für die Künstler der Neuen Sachlichkeit wegen der Strenge ihrer Bilder. Meiner Meinung nach sind sie außergewöhnlich deutlich und detailliert: Alles ist im Fokus, alles ist sehr klar und deutlich. Diese Tiefenschärfe findet man kaum im Film: Der Hintergrund ist immer außerhalb des Fokus. Deswegen finde ich diese Bilder sehr inspirierend für meine Szenen: Alles ist im Fokus, sogar die grotesken Momente im Leben. Ich bin oft sehr eifersüchtig auf die Bilder in der Kunst, weil ich das Gefühl habe, dass Filme nicht dieselbe Qualität erreichen können wie die Kunst. Ich möchte wirklich Filme machen, die so ergiebig sein können wie Bilder.

Nächste Spieltermine:

Sa. 26. September 18.45 Uhr OmU Movie 3
So. 27. September 16.15 Uhr OmU Movie 3
Mo. 28. September 18.30 Uhr OmU Movie 3
Mi. 30. September 18.30 Uhr OmU Movie 3
Zum Reservieren klicken Sie bitte auf den gewünschten Termin. Bitte beachten Sie, dass u. U. nicht für jede Vorstellung reserviert werden kann.
Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
Über die Unendlichkeit
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Nr 376 - Sept/Okt 2020
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