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La Vérité – Leben und lügen lassen

La Vérité

FR 2020, 107 min, Franz./OmdtU, R: Hirokazu Koreeda, K: Éric Gautier, D: Catherine Deneuve, Juliette Binoche, Ethan Hawke, Ludivine Sagnier, Clémentine Grenier, Manon Clavel 


In Hirokazu Koreedas französischem Drama prallen Catherine Deneuve und Juliette Binoche als Mutter-Tochter-Duo aufeinander, als die berühmte Schauspielerin ihre Autobiografie veröffentlicht.

Paris im Spätsommer. Die französische Filmdiva Fabienne Dangeville empfängt in ihrem Anwesen am Rande der Stadt einen Journalisten zum Interview und lässt den leicht überforderten Mann mit kühlem Glamour und kleinen, hinterlistigen Spitzen in jeder Sekunde spüren, dass sie dabei die Fäden in der Hand hält. Ihr Image weiß die gefeierte Schauspielerin geschickt zu lenken. Gerade hat Fabienne ihre Memoiren geschrieben, in denen sie unter dem Titel La Vérité – Die Wahrheit die Vergangenheit nach Belieben verklärt und sich als aufopfernde, liebevolle Mutter inszeniert. Das freilich sieht ihre Tochter Lumir ganz anders. Die Drehbuchautorin reist zur Buchpremiere ihrer Mutter mitsamt Ehemann Hank, einem TV-Schauspieler, und der gemeinsamen Tochter Charlotte aus New York an, wo die junge Familie lebt. Lumir ist bei ihrer Rückkehr in das Haus ihrer Kindheit allerdings weniger zum Feiern zumute als zum Abklopfen der Fakten in der Autobiographie ihrer Mutter, die sich stets im Licht der Öffentlichkeit sonnte. Schon Fabiennes frostige Begrüßung macht deutlich: Dieses Familientreffen wird eher holprig als gemütlich.
Während Charlotte das weitläufige Anwesen und den märchenhaften Garten mit einer alten Schildkröte erkundet, findet Lumir bei der Lektüre der Autobiographie bald jede Menge verdrehter Wahrheiten und Auslassungen und versucht, ihre Mutter damit zu konfrontieren. Warum etwa erwähnt sie beispielsweise Sarah nicht – ihre Freundin und Rivalin, die vor 40 Jahren unter nie vollständig geklärten Umständen verstarb? Fabienne lässt jede Nachfrage oder kritische Anmerkung an sich abprallen. Auch ihr treuer persönlicher Assistent Luc bleibt in ihrem Buch unerwähnt. Er zieht bitter enttäuscht seine Konsequenzen daraus und verlässt Fabiennes Haus. Plötzlich findet sich Lumir in der Rolle der Assistentin ihrer Mutter wieder und kommt ihr dadurch nahe wie seit Jahren nicht mehr. Ihr Ehemann Hank hadert derweil zunehmend mit seiner Außenseiterrolle inmitten all dieser erzwungenen Nüchternheit…

Nächste Spieltermine:

Mi. 15. Juli 18.00 Uhr OmU Movie 2
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Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
La Vérité – Leben und lügen lassen
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