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Aufbruch

Aufbruch

AT 2018, 103 min, R: Ludwig Wüst, K: Klemens Koscher, D: Claudia Martini, Ludwig Wüst 


Ein Mann verlässt eine Frau, eine Frau verlässt einen Mann. Beide begegnen sich für eine kurze Weile. Sie treten eine Reise ins Ungewisse an.

Inspiriert vom japanischen Sprichwort »Mono no aware« – »die Trauer um den Fluss der Dinge« – beschreibt Ludwig Wüst, Menschenfreund und Meister des kinematografischen Minimalismus, einen Anfang, der auch ein Ende ist. Weitgehend sprachlos bewegt sich sein ungleiches Paar in diesem Roadmovie der Innerlichkeit durch ländliches Niemandsland, begleitet von den elementaren Gefühlen des Lebens – Traurigkeit und Humor, Tod und Hoffnung, Liebe und Verlust. Ludwig Wüst inszeniert behutsam, ohne die Sensation zu suchen, und schafft Raum für ein Gefühl der Komplizenschaft. Ein Film als Psychogramm zweier im Leben Gestrandeter voller emotionaler Zärtlichkeit unter Fremden. Die Reise der beiden beschließt sich an einem gleichsam mythischen und doch ganz gegenwärtigen Ort, der End- und Wendepunkt zugleich ist. AUFBRUCH ist ein Film über das Vergehen von Zeit, der Dinge und der Gesten. Mit einem Feingefühl für Nähe und Distanz wandelt sich auch die Farbpalette von kraftvollen zu lichteren Tönen und verbindet einmal mehr Wüsts bildgewaltige Archaik mit dem reduzierten Charakter eines japanischen Haikus.

__ In vielen kleinen, dichten Szenen … formiert sich in AUFBRUCH eine intensive, ganz intrinsische emotionale Spannung ... Eine durch und durch konkrete, realistische Ästhetik – taz

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Aufbruch
Moviemento-Programmzeitung
Nr 362 - März 2019
Klassik im Kino 18/19