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Der Junge muss an die frische Luft

Der Junge muss an die frische Luft

DE 2018, 95 min, OdF, R: Caroline Link, K: Judith Kaufmann, D: Julius Weckauf, Katharina Hintzen, Sönke Möhring, Elena Uhlig, Diana Amft, Joachim Król 


Verfilmung von Hape Kerkelings gleichnamiger Autobiografie.

Ruhrpott 1972. Der pummelige, 9-jährige Hans-Peter wächst auf in der Geborgenheit seiner fröhlichen und feierwütigen Verwandtschaft. Sein großes Talent, andere zum Lachen zu bringen, trainiert er täglich im Krämerladen seiner Oma Änne. Aber leider ist nicht alles rosig. Dunkle Schatten legen sich auf den Alltag des Jungen, als seine Mutter nach einer Operation immer bedrückter wird. Für Hans-Peter ein Ansporn, seine komödiantische Begabung immer weiter zu perfektionieren. Die berührende Kindheitsgeschichte eines der größten Entertainer Deutschlands, Hape Kerkeling.

REGIESTATEMENT
Vom ersten Moment hat mich diese Geschichte gepackt. Diese Kombination aus Komik und Trauer hat mich sofort sehr gerührt. Da war dieser pummelige neunjährige Junge, der so verzweifelt, aber durchaus mit viel Talent seine Mutter aus ihrer Depression retten will. Das hatte etwas ganz Einzigartiges. Noch dazu war es ja eine wahre Geschichte. Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit den erwachsenen Hape Kerkeling vor Augen. Ruth Toma hat ja viele Anleihen aus seinen bekannten Sketchen in seine Kindheit übertragen. Und ich wusste damals kaum etwas über Hapes dramatische Kindheitsgeschichte. Für mich hat der Künstler Hape Kerkeling durch diese Erlebnisse eine ganz neue Tiefe bekommen, sein Humor eine andere Dimension. Als Kind ging es für ihn um Leben und Tod. Seine Fähigkeit und sein Wunsch, anderen Menschen glückliche Momente zu schenken, hatte auf einmal eine viel größere Bedeutung.
Noch nie hatte ich bisher ein Drehbuch von einem anderen Autor verfilmt. Aber hier kam ein Stoff zu mir, der mir absolut lag. Die Beschreibung von Hapes Familie, die schrullige Herzlichkeit einer jeden Figur, die Geborgenheit im familiären Verbund, auch wenn jeder auf seine Art spinnt – das kenne ich aus meiner eigenen Geschichte, dazu fällt mir viel ein. Noch dazu ist Hape exakt mein Alter. Wir sind beide Kinder des geburtenstärksten Jahrgangs 1964. Seine Zeit war meine Zeit. Wie er bin ich in der Provinz aufgewachsen. Zwar nicht im Ruhrgebiet, dafür in Hessen. Aber die Welt, die er erlebt hat, das Milieu der einfachen Leute, das alles kenne ich genau. Auch in meiner Familie gab es die kriegstraumatisierten Großeltern, die exaltierten Tanten, die warmherzigen Verwandten, mit denen man prima feuchtfröhliche Familienfeste feiern konnte.
Als ich das Drehbuch zugeklappt habe, wusste ich, dass ich das verfilmen wollte.

Nächste Spieltermine:

So. 30. Dezember 11.00 Uhr OdF Movie 1
Zum Reservieren klicken Sie bitte auf den gewünschten Termin. Bitte beachten Sie, dass u. U. nicht für jede Vorstellung reserviert werden kann.
Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
Der Junge muss an die frische Luft
Moviemento-Programmzeitung
Nr 359 - Dezember 2018
Klassik im Kino 18/19Rearview
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Film der Woche: Astrid