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Gundermann

Gundermann

DE 2018, 128 min, OdF, R: Andreas Dresen, K: Andreas Höfer, D: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Eva Weißenborn, Axel Prahl, Thorsten Merten, Benjamin Kramme 


Drama um einen Liedermacher mit Idealen, der dennoch für die Stasi arbeitet.

GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit.
Mit feinem Gespür, Zärtlichkeit und Humor wirft Regisseur Andreas Dresen in GUNDERMANN einen Blick auf das Leben von Gerhard »Gundi« Gundermann, einem der prägendsten Künstler der Nachwendezeit in Deutschland. Er starb 1998, mit gerade einmal 43 Jahren. Die Hauptrolle spielt Alexander Scheer, der alle Lieder im Film selbst eingesungen hat.

DER SOUNDTRACK ZUM FILM
Gerhard Gundermann hat Songs geschrieben. Im Osten als Lebensmittel gebraucht und erhältlich, sind sie im Westen nur in einigen »Feinkostabteilungen« zu entdecken. Manche sind fast schon Volkslieder, einzelne schafften es neuerdings in Schulbücher, mehrere in Lehrmaterial für den Gesangsunterricht an Schauspielschulen. Vor allem jedoch haben sie einen Weg in die Köpfe und Herzen von mittlerweile zwei Generationen gefunden und sind dort nicht mehr herauszubekommen: erdig, zerbrechlich, existentiell, manchmal treibend, manchmal innehaltend, auf singuläre Art kreisend zwischen fröhlicher Anarchie und wenn, dann tief wirkender Melancholie. Es sind zumeist Geschichten vom flachen Land, den Badlands. Ein Baggerfahrer aus der Lausitzer Tagebaulandschaft, der Lieder schrieb. Diese führten ihn durchs Land, an ganz unterschiedliche Orte: oft Studentenklubs, Tagebaukonzerte, große Säle, kleine Säle, bis hin ins Vorprogramm der Deutschland-Tourneen von Joan Baez und Bob Dylan 1994 oder an die Berliner Volksbühne, gewünscht als deren Neujahrskonzert des Jahres 1995. Sie führten ihn jedoch immer von der Bühne zurück in die kleine, enge Kabine eines mächtigen Schaufelradbaggers, auf dem Zeilen und Refrains entstanden. Anderthalb Dutzend Lieder von Gundermann hat Alexander Scheer für den Kinofilm komplett neu eingesungen, unterstützt von jener Band, die unter anderem Gisbert zu Knyphausen seit vielen Jahren auf Konzertbühnen und in Studios musikalisch zur Seite stand. Gemeinsam greifen sie Gundermanns poetische Kraft, seinen Geist, seine Haltung auf, treffen den Kern und finden klare, heutige Arrangements und Sounds. Das Ergebnis ist herzzerreißend wie herzerwärmend in einem. Man wird es sehen und hören.

__ GUNDERMANN ist sehr viel mehr als nur die Biografie des Nachwende-Liedermachers. Es ist ein kluger, einfühlsamer, vielschichtiger und berührender Beitrag zur deutsch-deutschen Geschichte, zu einem differenzierteren Umgang ganz ohne arrogante Zeigefinger-Besserwisserei. – edp-Film

Nächste Spieltermine:

Di. 18. September 18.30 Uhr OdF Movie 3
Mi. 19. September 20.30 Uhr OdF Movie 3
Do. 20. September 20.30 Uhr OdF Movie 3
Fr. 21. September 16.00 Uhr OdF Movie 3
Sa. 22. September 16.00 Uhr OdF Movie 3
So. 23. September 15.30 Uhr OdF Movie 3
Mo. 24. September 16.00 Uhr OdF Movie 3
Di. 25. September 16.00 Uhr OdF Movie 3
Do. 27. September 16.00 Uhr OdF Movie 3
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Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
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Nr 356 - September 2018
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