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Nach einer wahren Geschichte

D'après une histoire vraie

FR/BE 2017, 102 min, R: Roman Polanski, K: Pawel Edelman, D: Emmanuelle Seigner, Eva Green, Vincent Perez, Dominique Pinon, Camille Chamoux, Brigitte Roüan 


Drama nach dem preisgekrönten Roman von Delphine de Vigan um eine Autorin, die sich mit einer jungen Frau einlässt.

Seit ihr sehr persönlicher Roman über ihre Mutter zu einem Bestseller wurde, leidet die Pariser Autorin Delphine an einer Schreibblockade. Die endlosen Lesetouren, Signierstunden und vereinzelte Drohbriefe setzen ihr zu. Doch als sie die attraktive Elle trifft, ändert sich das. Schnell fasst Delphine Vertrauen zu der geheimnisvollen Frau, die als Ghostwriter ihr Geld verdient. Selbstlos übernimmt Elle immer mehr Aufgaben für Delphine, beantwortet Mails und zieht sogar bei ihr ein. Als Delphine schließlich feststellt, dass ihr die Kontrolle entgleitet, muss sie sich fragen: Wer ist Elle wirklich? Will sie Delphines Leere füllen, oder stiehlt sie ihr das Leben? Mit dem Psychothriller NACH EINER WAHREN GESCHICHTE kehrt der gefeierte Regisseur und Oscar-Preisträger Roman Polanski (DER GHOSTWRITER, ROSEMARIES BABY) zum Thrillergenre zurück. Seine Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Delphine de Vigan ist ein hintersinniges Spiel um Macht und Identität, um Wahrheit und Fiktion – ein großartiger Pas de deux für die französischen Charakterdarstellerinnen Emmanuelle Seigner (VENUS IM PELZ) und Eva Green (CASINO ROYALE).

AUS EINEM INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR
Was hat Sie an dem Roman »Nach einer wahren Geschichte« so gereizt?
Ich hatte von der Autorin Delphine de Vigan vorher noch nie ein Buch gelesen. Meine Frau Emmanuelle Seigner gab mir den Roman und meinte: »Lies ihn. Da ist vielleicht etwas, das dich interessieren könnte.« Mir gefiel dann sofort diese Konfrontation der beiden Hauptfiguren. So eine Auseinandersetzung zwischen zwei Frauen hatte ich vorher noch nie gefilmt. Aber vor allem das Thema der Schreibblockade faszinierte mich. Es erinnert mich an meine eigenen Ängste, die mich als Regisseur heimsuchen, wenn ich einen Film beendet habe und der nächste noch nicht feststeht.

Wie sind Sie bei der Adaption des Buches vorgegangen?
Der Roman ist sehr umfangreich, und doch gibt es nur wenige konkrete Szenen. Es geht mehr um die Konsequenzen von Ereignissen als um die Ereignisse selber. Vieles wird nur skizziert. Dieser Literaturstil erschwert eine Adaption. Das war mir bewusst. Er steht im Gegensatz zu anderen Werken, aus denen man sich nur gewisse Passagen herausgreift, die man dann verfilmt.

Sie haben öfter Literatur verfilmt. Wie wichtig ist Ihnen dabei die Werktreue?
Die ist entscheidend. Wenn ich ein Werk adaptiere, dann möchte ich die Absichten des Autors in Bilder übersetzen. Schon als Kind war ich enttäuscht, wenn ich bei Verfilmungen nicht mehr die Geschichte vorfand, die ich liebte. Viele Figuren, die ich mochte, waren verschwunden, andere kamen hinzu. Das machte mich verrückt. Und so habe ich mir geschworen: Falls ich eines Tages Filmemacher werde, dann werde ich die Bücher, die ich verfilme, nicht verraten. Könnte man sich denn eine »Macbeth«-Adaption ohne Hexen vorstellen?

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Nach einer wahren Geschichte
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Nr 353 - Juni 2018
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