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Manifesto

Manifesto

DE 2015, 95 min, R: Julian Rosefeldt, K: Christoph Krauss, D: Cate Blanchett, Erika Bauer, Ruby Bustamante, Ralf Tempel, Andrew Upton, Marina Michael 


Mitreißende Filmversion von Julian Rosefeldts Installation »Manifesto«, die einige spannende Fragen zum Verhältnis zwischen Bildender Kunst und Film aufwirft.

Unter der Regie des renommierten Film- und Videokünstlers Julian Rosefeldt ist die zweifache Oscar-Gewinnerin Cate Blanchett in zwölf verschiedenen, großartigen Episoden zu sehen, die allesamt diverse zeitlose Manifeste verschiedener Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts behandeln. Von der Nachrichtensprecherin bis zum Obdachlosen, von Pop-Art bis hin zu Dogma 95 brilliert eine chamäleonhafte Blanchett in einer noch nicht da gewesenen schauspielerischen Tour de force. In diesem so beeindruckenden wie zeitgemäßen Weckruf verwebt Rosefeldt geschickt die leidenschaftlichsten Statements der Kunstgeschichte.
MANIFESTO greift dabei auf die Texte von Futuristen, Dadaisten, Fluxus-Künstlern, Suprematisten, Situationisten und anderer Künstlergruppen zurück, ebenso wie auf die Überlegungen einzelner Künstler, Architekten, Tänzer und Filmemacher. Rosefeldt hat diese Manifeste bearbeitet, in zwölf brillanten Collagen neu zusammengefügt und so die Ideen von Claes Oldenburg, Yvonne Rainer, Kazimir Malevich, André Breton, Sturtevant, Sol LeWitt, Jim Jarmusch und vielen mehr miteinander verwoben. Blanchett präsentiert diese »neuen« Manifeste in Gestalt der von ihr verkörperten Persönlichkeiten, darunter eine Lehrerin, eine Puppenspielerin, eine Fabrikarbeiterin und ein Obdachloser.

REGIESTATEMENT:
Der Grundgedanke bei MANIFESTO war nicht, die diversen Manifeste einfach zu verfilmen, sondern Cate sie verkörpern zu lassen. Sie ist das Manifest. Und von Anfang an war klar, dass sie viele verschiedene Persönlichkeiten auf einmal darstellen wird. Am Ende hat Cate dreizehn Charaktere gespielt: Eine Brokerin, eine konservative Mutter, eine Managerin, eine Grabrednerin, eine Punkerin, eine Choreographin, eine Lehrerin, eine Fabrikarbeiterin, eine Nachrichtensprecherin, eine Reporterin, eine Puppenspielerin, eine Wissenschaftlerin und einen Obdachlosen. Da sie nur für elf Drehtage in Berlin und der näheren Umgebung zur Verfügung stand, mussten wir täglich im Schnitt zwölf Minuten Filmmaterial produzieren, was mit dem Drehplan einer sehr billigen Seifenoper vergleichbar ist. Wir wollten aber natürlich nicht auf dem ästhetischen Niveau einer Fernseh-Soap arbeiten. Wir benötigten also ein sehr großzügiges Team. Die meisten unserer leitenden Crewmitglieder sind seit langem Teil unserer stetig wachsenden Kunstfilm-Familie. Aber vor allem benötigten wir eine äußerst großzügige und verständnisvolle Cate, die bereit war, unter diesen Bedingungen zu arbeiten. Der Dreh war für alle Beteiligten eine wahre Tour de Force. Cate hat jedoch uns alle mit ihrem grenzenlosen Enthusiasmus und Engagement weit übertroffen.

__ Die Kinofassung der vieldiskutierten Videoinstallation Rosefeldts aus dem Jahr 2015: Mini-Narrative, die ein Dutzend Mal Cate Blanchett als unvermutetes Sprachrohr des Aufruhrs in je überraschendem Kontext zeigen. Konzeptkunst als spielerische Auseinandersetzung mit tiefernsten Motiven. Riskant, geglückt. – epd-Film

__ Zuschauer müssen keine Angst haben: MANIFESTO mag keine konventionelle narrative Struktur haben, ist aber trotzdem zwingend sehenswert. – Variety

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Manifesto
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Nr 349 - Februar 2018
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