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Western

Western

DE/AT/BG, 2017, 121 min, OmdtU, R: Valeska Grisebach, K: Bernhard Keller, D: Meinhard Neumann, Reinhardt Wetrek, Syuleyman Alilov Letifov, Veneta Frangipova, Viara Borisova, Detlef Schaich 


Drama, in dem zwei deutsche Bauarbeiter auf einer Auslandsbaustelle im ländlichen Bulgarien einen Kampf um die Gunst der dortigen Dorfbewohner ausfechten.

Eine Gruppe deutscher Arbeiter errichtet eine Baustelle in einem abgelegenen Teil Bulgariens, nahe der griechischen Grenze. Sie bauen ihr Lager mitten im Nirgendwo auf, und es kommt schnell zu Konflikten und Rangeleien um die Rangordnung. Vor allem zwischen Meinhard und seinem Boss Vincent. Meinhard fühlt sich in der Natur wohl, öffnet sich dem lokalen Leben und sucht Anschluss im Dorf. Vincent versucht die Probleme auf der Baustelle auch mit nicht legalen Mitteln zu lösen. Sprachprobleme wie beim Turmbau zu Babel, kulturelle Differenzen, Korruption, Geschäftemacherei, unterschiedliche Ehr- und Moralvorstellungen prallen aufeinander, auch eigene Vorurteile gilt es zu hinterfragen. Die Bühne für den Showdown ist eröffnet. Der Film folgt der Choreografie eines Kampfes, der sich zuspitzt, aufgebaut wie ein modernes Duell. Zugrunde liegt eine ausführliche, dokumentarische Recherche, gearbeitet wird mit Laiendarstellern. In ruhigen, langen Einstellungen gelingt es Grisebach, die zuletzt 2006 mit SEHNSUCHT bei der Berlinale beeindruckte, eine ungeheure, ständig wachsende Spannung in der Gruppe der Männer und der Dorfbewohner aufzubauen.

__ Ein Trupp deutscher Bauarbeiter auf Montage im bulgarischen Hinterland dient Valeska Grisebach in ihrem erst dritten und erneut hervorragenden Film als Anknüpfungspunkt für eine kluge Ergründung von Genrekonventionen und Kommunikationsstrukturen vor dem Hintergrund kultureller Unterschiede. Von Laien gespielt, aus der Wirklichkeit geschöpft, unmittelbar und wahr. – epd-Film

__ Eine unerhörte Spannung … Die nichtprofessionellen Darsteller, Bulgaren wie Deutsche, geben dem Film eine Konsistenz, die sich von der Fiktion regelrecht befreit. So viel Körperlichkeit, so viel Mensch, so viel Wirklichkeit ist selten im Kino. – Badische Zeitung

__ Häufig schon wurde der Mangel an komplexen Frauenfiguren im Kino festgestellt. WESTERN führt uns mit seiner umwerfenden Untersuchung von Männlichkeit vor Augen, dass auch komplexe Männerfiguren selten sind. (...) WESTERN atmet eine Großzügigkeit und Aufrichtigkeit, wie sie nur selten im Kino zu finden sind. – Sight and Sound

Nächste Spieltermine:

Mi. 22. November 16:10 Uhr OmU Movie 3
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Programmänderungen (auch Saalwechsel) vorbehalten.
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