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Die Liebhaberin

Los decentes

AT/KR/AR, 2016, 100 min, R: Lukas Valenta Rinner, K: Roman Kasseroller, D: Iride Mockert, Martín Shanly, Andrea Strenitz, Mariano Sayavedra, Ivanna Colona Olsen, Pablo Seijo 


Der diesjährige Diagonale-Gewinner verbindet kontrastreich zwei Gesellschaftsnischen.

Am Stadtrand von Buenos Aires nimmt eine Frau aus ärmlichen Verhältnissen einen Job als Hausmädchen einer reichen Familie an. Die neue Umgebung der teuren Häuser mit englischem Rasen ist deutlich eingerahmt von hohen Mauern, welche sich dort als Grenzlinien zwischen Reich und Arm durchziehen. Belén ist bescheiden und arbeitet hart, in ihrer Freizeit streift sie einsam durch die leere und steril getrimmte Anlage. Eines Tages dringen vom Nachbargelände seltsame Geräusche zu ihr herüber. Neugierig macht sie sich auf die Suche und entdeckt hinter einem schweren Eisentor ein Nudisten-Swinger-Camp. Anfangs erschrocken, findet Belén immer mehr Gefallen an der freizügigen Kommune und beginnt, sich nach und nach zu öffnen. Doch den Anwohnern sind die nackten Freigeister ein Dorn im Auge. Sie starten eine Petition, damit das Camp geschlossen wird – und so steht Belén plötzlich zwischen zwei Welten und muss sich entscheiden.

REGIESTATEMENT
Im aktuellen argentinischen Kino wird die Gegend der Außenbezirke von Buenos Aires kaum porträtiert. Die meisten Gebäude und Straßen sind im Verfall begriffen, und bewegt man sich durch diese Bezirke, so haftet allem eine seltsam traumähnliche, fast versunkene Qualität an. Das wollte ich mir näher ansehen und bin mit einem Fotografen dorthin gefahren. Gleich nach ein paar Stunden haben wir uns auf einer Straße wiedergefunden, die der Ausgangspunkt für diesen Film war. Der Eingang zu einem entlegenen Nudisten-Swinger-Club mit einem römischen Pool, romantischen Wegen, kleinen Schlössern und Orgiensälen. An einem Sommerwochenende finden sich in diesem dschungelähnlichen Park regelmäßig mehr als fünfhundert Pärchen und Singles ein. (…) Ich finde es wichtig, Filme zu machen, die eine Diskussion darüber anstoßen, wie Körper und menschliche Beziehungen in der zeitgenössischen Gesellschaft wahrgenommen, behandelt und verhandelt werden.

__ Mit Sicherheit ist Rinner einer der innovativsten und spannendsten jungen Regisseure, dessen weitere Entwicklung man mit großem Interesse verfolgen sollte. – Kino-zeit.de

__ Rinner entwickelt seine lakonische Romanze in eine vollkommen ungeahnte Richtung, schrammt am Surrealen vorbei ins Groteske, ohne je ins Lächerliche abzurutschen. – ORF

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
Die Liebhaberin
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Nr 344 - September 2017
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