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Der Stern von Indien

Viceroy's House

GB, 2017, 107 min, R: Gurinder Chadha, K: Ben Smithard, D: Hugh Bonneville, Gillian Anderson, Michael Gambon, Manish Dayal, Huma Qureshi, Sir Simon Callow 


Historisches Drama um die Unabhängigkeit und Teilung Indiens 1947.

1947 kommen Lord Mountbatten und seine Frau Edwina nach Delhi. Als Vizekönig soll Mountbatten die britische Kronkolonie in die Unabhängigkeit entlassen. In seinem Palast arbeiten nicht weniger als 500 indische Bedienstete, darunter der junge Hindu Jeet, der hier unverhofft seine einstige Flamme wiedertrifft, die schöne Muslima Aalia. Es ist eine verbotene Liebe, denn eine Verbindung zwischen Angehörigen der verfeindeten Religionen kommt nicht in Frage. Als Mountbatten die neuen Staaten Indien und Pakistan gründet, brechen schwere Unruhen aus. Jeet verliert seine Familie und die geliebte Aalia...
Historisches Drama um die Unabhängigkeit und Teilung Indiens 1947 von Gurinder Chadha ("Kick it like Beckham"), das anhand privater Schicksale die Zerrissenheit und Probleme von Indien und Pakistan im Mikrokosmos des Palastes schildert. Eine bewegende Geschichtslektion, die auch Archivmaterial einbaut und auf eine sympathische Besetzung mit u.a. den Serienstars Hugh Bonneville und Gillian Anderson bauen kann. Chadha stammt selbst aus einer Familie, die zu den damals 14 Mio. Flüchtlingen gehörte und Tote zu beklagen hatte.

PRODUKTIONSNOTIZ
Die Teilung Indiens 1947 ist eng mit Gurinder Chadhas eigener Biografie verbunden, auch wenn sie erst dreizehn Jahre nach der Abspaltung Pakistans geboren wurde – in Nairobi, Kenia. Die britisch-indische Filmemacherin wuchs in West London auf, im „Schatten dieser Teilung“, wie sie selbst sagt. Ihre Vorfahren jedoch lebten im Vorgebirge des Himalaya, das nach der Teilung auf der pakistanischen Seite lag. Mit dem Ausbruch plötzlicher Gewalt zwischen Indiens muslimischer Minderheit, die ihren eigenen Staat herbeisehnte, und den Hindus und Sikhs, die die Mehrheit stellten, wurden Chadhas Großeltern direkt konfrontiert. Der Konflikt endete in der größten Flüchtlingskrise, die die Welt je sah. Vierzehn Millionen Menschen verloren während der Teilung Indiens ihre Heimat und wurden vertrieben. Und auch wenn die Unabhängigkeit Indiens sowie die Gründung der Republik Pakistan für viele ein Grund zum Feiern war, so brachte der Prozess selbst furchtbares Leid für Hindus, Muslime und Sikhs gleichermaßen.

Chadha hat bereits in der Vergangenheit ihre persönliche Erfahrung meist in humoristischer Form erfolgreich verarbeitet – von ihrem Debütfilm BHAJI ON THE BEACH 1993 bis hin zum Kassenschlager KICK IT LIKE BECKHAM 2002. An die tragischen Aspekte ihres kulturellen und familiären Hintergrundes traute sie sich als Filmemacherin damals noch nicht heran. „Das war mir zu düster, zu traumatisch“, erklärt sie.

__Mit ihrem erhellenden Geschichtspanorama bietet die indisch-britische Regisseurin Gurinder Chadar nun spannende Einblicke hinter die Kulissen politischer Entscheidungen. Ihr hochemotionales, sinnliches Erzählkino hilft zu begreifen, wie koloniale Machtstrukturen immer noch nachwirken. – Programmkino.de

Es sind keine Spieltermine für diesen Film vorhanden.
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